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In der Chemie knallt's - nicht nur jetzt
Zum Jahr der Chemie klagt Stuttgarter Unidekan über Kürzungen - Auch Studierende betroffen

Stuttgarter Zeitung vom 14.01.2003

Eigentlich suchen die Stuttgarter Universitäten zum Jahr der Chemie den Dialog mit der Öffentlichkeit - und locken mit einer Fülle von Veranstaltungen. Doch die vom Rektorat angekündigte Schließung des Instituts für Biochemie überschattet dies.
"Nichts geht ohne Chemie", erklärte der Stuttgarter Chemie-Dekan Helmut Bertagnolli gestern bei einer Pressekonferenz zum Jahr der Chemie. Diese Erkenntnis gelte es nicht nur der Öffentlichkeit zu vermitteln, und zwar mit einem ganzen Reigen an experimentellen Veranstaltungen, sondern auch dem Rektorat der Universität Stuttgart. Hintergrund des Chemikerärgers sind nicht nur die Streichung von bisher fünf sowie drei weiteren Professorenstellen im Rahmen des Solidarpakts, sondern auch die erst jüngst erfolgte Ankündigung des Rektorats, zum Jahr 2006 das Institut für Biochemie zu schließen.
Mit einer so kurzsichtigen und konzeptionslosen Strukturplanung konterkariere die Verwaltung der Universität nicht nur die Anstrengungen der Landes- und der Bundesregierung, führend in modernen Technologien zu werden, sondern vernichte auch Investitionen in Millionenhöhe, die mit Steuergeldern getätigt worden seien, kritisiert der Dekan. Erst vor kurzem sei für mehrere hundert Millionen Euro ein Zentrum für Bioverfahrenstechnik neu errichtet worden, in das die Chemie den zentralen Input liefere.
Von der Schließung des Instituts für Biochemie wären, so Bertagnolli, nicht nur 32 Mitarbeiter betroffen, sondern auch viele Studenten anderer Studiengänge, etwa Umweltschutztechnik oder Kraftfahrzeugtechnik, die von dem so genannten Lehrexport des Instituts profitierten.

Chemiestudiengänge vor dem Aus?

Zudem stünden auch Chemiestudiengänge somit vor der Schließung. Dies sei nicht nachvollziehbar, denn erst in diesem Wintersemester habe man die Anzahl der Erstsemester aufs Doppelte steigern können. Die erst vor kurzer Zeit eingerichtete technische Biologie sei mit 90 Anfängern ohnehin immer ausgelastet. Doch aufgrund des Personalmangels sei es schon jetzt schwierig geworden, Praktika ausreichend zu betreuen. Das Rektorat der Universität Stuttgart will hierzu heute eine Stellungnahme abgeben.

Gleichwohl wollen die Chemiewissenschaftler sowie ihr Kollege Wolfgang Flad vom Institut Dr. Flad alles tun, um die Öffentlichkeit für ihr Fach zu erwärmen. Start ist am 29. Januar mit einem Vortrag des englischen Wissenschaftlers Peter W. Atkins mit dem Titel "Making Molecules Matter" samt Workshop um 14.30 Uhr im Institut Dr. Flad, Breitscheidstraße 127. Doch auch Kindergartenkinder sollen Zugang zum Thema finden. Mit einfachen Versuchen können die Kleinen im "Fehling-Lab" der Universität Stuttgart erleben, was der Unterschied ist "zwischen Luft und nichts", wie der Stuttgarter Chemieprofessor Jens Christoffers erläuterte, oder warum Eis auf dem Wasser schwimmt und was die Blätter grün macht.
Schüler, die schon ein paar Experimente draufhaben, sind aufgerufen, chemische Phänomene aus dem Alltag aufzubereiten und verständlich zu präsentieren - und zwar als Teilnehmer beim Schülerwettbewerb "Chemie prägt unser Leben".
Über das ganze Jahr verteilt lockt eine Reihe von interessanten Vorträgen, die Chemie in allgemein verständlicher Form der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. So wird beispielsweise der 200. Geburtstag des Chemikers Justus von Liebig am 12. Mai um 15 Uhr im Biozentrum der Universität Hohenheim mit einer öffentlichen Experimentalveranstaltung unter dem Motto "Vom Knallsilber zum Fleischextrakt' gefeiert.

Stinkende Spektakel für alle

Ein "chemisches Spektakel", bei dem es richtig knallt und kracht und stinkt, ist auch für den 28. Juni um 11 Uhr beim Tag der offenen Tür an der Universität Stuttgart im Chemiegebäude angekündigt (Pfaffenwaldring 55, Hörsaal V 55.22). Chemie zum kennen lernen bietet auch der "Jahrmarkt der Chemie' am 20. September auf dem Schlossplatz. Von 10 bis 16 Uhr gibt es dort unter anderem die Experimentalvorführung "Chemische Experimente zur Belustigung und zur Belehrung". Dabei haben die Besucher auch Gelegenheit zu eigenen Versuchen. Das Institut für Lebensmittelchemie der Universität Hohenheim lädt von April bis September zu einer Sonntagsreihe unter dem Titel "Chemie in Lebensmitteln" ein. Auch Podiumsdiskussionen zu diesem Thema sind geplant.

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